**Nur etwa 20% aller KI-Implementierungen enden erfolgreich – und nur hinter
einem Teil dieser Fälle stehen in der Regel nicht autonome Agenten, sondern
KI-Assistenten. Genauer gesagt – meiner Meinung nach – steht dahinter die Vernunft der Entscheidungsträger,
die diesen sichereren, weil der aktuellen Unternehmensrealität angemesseneren
Weg der Technologieentwicklung gewählt haben.
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Der Erfolg von KI-Agenten hat kein so großes Ausmaß
In der KI-Branche kursieren scheinbar widersprüchliche Daten: 80% der KI-Projekte scheitern,
aber 88% der Unternehmen, die KI-Agenten implementieren, erzielen einen positiven Return on
Investment (ROI). Ich bin auf keine Gegenüberstellung und gemeinsame Erklärung dieser Zahlen gestoßen,
weshalb sie paradox widersprüchlich wirken können. Dabei sind es einfach verschiedene
Etappen derselben Transformationsgeschichte. Diese Daten zeigen die tatsächliche, wesentlich kleinere
als allgemein angenommene Dimension des „Erfolgs von KI-Agenten".
Was ergibt sich tatsächlich aus diesen Daten?
80% Misserfolge umfassen alle KI-Projekte – von unvollendeten Proof-of-
Concepts bis zu Pilotprojekten ohne klares Ziel, darunter natürlich auch gescheiterte
Implementierungen von KI-Agenten. Die 88% ROI dagegen betreffen eine kleine, elitäre Gruppe von Unternehmen,
die das Sieb der Misserfolge durchlaufen, die Infrastruktur aufgebaut, Daten gesammelt und
die Implementierungen zu Ende geführt haben. Mit anderen Worten – „88% ROI" ist nur ein kleiner
Ausschnitt (wir wissen nicht, welchen Prozentsatz der erfolgreichen Implementierungen gerade Agenten-Projekte
ausmachen) der 20% Projekte, die überhaupt erfolgreich waren.
Erst Assistenten, dann Agenten
In der Theorie ist ein „KI-Agent" ein autonom handelndes System – es kann selbständig analysieren,
entscheiden und Aufgaben ausführen. Aus meinen Beobachtungen – bestätigt durch Daten aus
IDC- und EY-Berichten – geht hervor, dass die meisten Unternehmen noch nicht bereit für vollwertige
KI-Agenten sind. Es fehlt an Daten, Kompetenzen und organisatorischer Bereitschaft. Deshalb
implementieren Unternehmen bei der Einführung sogenannter Agenten de facto Assistenten – Systeme, die
den Menschen unterstützen, aber nicht eigenständig handeln. Es ist das Modell „Mensch + Maschine",
bei dem KI Aufgaben ausführt und der Mensch die Kontrolle behält. Daher meine Schlussfolgerung, dass
2025 nicht das „Jahr der KI-Agenten" ist, sondern das Jahr des Lernens, wie man sich auf Agenten vorbereitet –
Schritt für Schritt – unter anderem durch den Aufbau von KI-Assistenten.
Was funktioniert wirklich?
Studien von IDC und Google Cloud zeigen, dass ein positiver ROI dort entsteht, wo KI
konkrete Prozesse unterstützt und nicht versucht, ganze Rollen zu ersetzen. Unternehmen, die
KI mit Blick auf reale Aufgaben implementieren, erzielen bis zu 3,7 USD Rendite pro investiertem Dollar
innerhalb eines Jahres. Das ist keine technologische Magie, sondern das Ergebnis einer ausgereiften Strategie – eines gut
gestalteten Workflows, sinnvoller Daten und menschlicher Aufsicht. Wenn Sie daher
an KI-Assistenten (und nicht an Agenten) für Ihr Unternehmen denken, haben Sie wahrscheinlich
recht.
Meine Schlussfolgerung für Vorstände
Fragen Sie nicht: „Wie ersetzen wir Menschen durch KI?". Fragen Sie lieber: „Wie entlasten wir
Menschen bei repetitiven Aufgaben, damit sie sich auf Entscheidungen und Beziehungen konzentrieren können?" Denn
tatsächlich werden 2025 und wahrscheinlich auch 2026 nicht die „Jahre der KI-Agenten" sein, sondern
Jahre besonnener Führung in der Welt der KI. Denn bevor wir einen KI-Agenten bauen, müssen wir
zuerst eine Organisation aufbauen, die mit ihm zusammenarbeiten kann.
Liebe Leserin, lieber Leser. Wenn Sie der Meinung sind, dass das oben beschriebene Thema
Ihr Unternehmen betrifft und Sie mit mir im Vorstandskreis darüber sprechen möchten, wie
Sie KI-Lösungen effektiv an die Realitäten Ihres Unternehmens anpassen können, nehmen Sie gerne
Kontakt auf – Leszek Giza.